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Listen abhaken?

Listen abhaken?

checklist-1622517_1920Immer wieder tauchen in der Bildungsfilterblase der sozialen Netzwerke ausführliche Listen auf, die das Wesentliche, das bedingt durch den digitalen Wandel eingesetzt, gelehrt bzw. gelernt werden muss, zusammenfassen sollen. Aktuell kursiert folgender Vorschlag der Europäischen Kommission. Sind aber diese tabellarischen Übersichten nicht ein Relikt und objektivistischer Lösungsansatz der Gutenberg-Galaxis? Macht es überhaupt Sinn, in einer sich rasant wandelnden Welt, solche vermeintlich allgemein gültigen Listen anzulegen? Tragen sie nicht sogar dazu bei, dass Lehrende nicht für sich oder mit dem Kollegium für die Bildungsinstitution über einen längeren Lernprozess eigene temporär gültige Vorstellungen, die immer wieder an den gesellschaftlichen Wandel und den des Kollegiums angepasst werden, entwicklen? Müssen nicht auch Lehrende zeitgemäß lernen? Listen geben vor und bieten wenig/keine Anreize oder Raum für eigene Fragen und Ergebnisoffenheit.

Als Argument wird meist aufgeführt, dass sie Menschen, die frisch in die Thematik einsteigen wollen, zur Orientierung oder als Stütze dienen sollen. Dabei zeigt die Praxis, dass Schulen, wenn sie Konzepte zu einem neuen Aufgabenfeld ausarbeiten müssen, gerne komplett und unverändert bestehende Entwürfe übernehmen. (Das liegt nicht an deren Bequemlichkeit, sondern daran, dass für solche von oben angeordneten Zusatzaufgaben in der Regel keine zusätzlichen Stunden zur Verfügung gestellt werden.)  Ich habe tatsächlich, in der Tradition als Lehrer und Sammler, zu Beginn alle möglichen Auflistungen von digitalen Tools und Empfehlungen gehortet. Benutzt habe ich sie selten bis nie, weil sie zu umfassend waren oder mich schon optisch erschlugen. Meine aktuelle Vorstellung zeitgemäßer Bildung und mein technisches Know-how habe ich über ein persönliches Lernnetzwerk in einem nie endenden Prozess erarbeitet. Vielleicht sollten wir die knappe und kostbare Ressource Zeit lieber in den Auf- und Ausbau persönlicher Lernnetzwerke und das Netzwerken investieren.

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D64
Dejan Mihajlovic

Dejan Mihajlovic

Ich bin Lehrer an einer Realschule in Freiburg, SMV BAG-Leiter, D64-Bildungsreferent, im Vorstand des Bürgervereins Oberwiehre-Waldsee, stellvertretender Vorsitzender des Migrationen- und Migrantenbeirats der Stadt Freiburg und Vater von vier Kindern. Was soll, kann und wird Bildung heute und morgen leisten? Welche Rollen spielen dabei Partizipation und Bildungsgerechtigkeit? Diese Fragen und noch mehr treiben mich an, die Gegenwart und Zukunft unserer Gesellschaft (im Bildungsbereich) im Rahmen meiner Möglichkeiten mitzugestalten.

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